Messstelle 110070057 VII/5 – SENDENHORST – Rohrkrepierer

Definition: Wenn etwas nicht oder unvollständig das Rohr verlässt 

Ja, so ist das manchmal mit unseren Hinterlassenschaften. Kaum haben sie die weiße Keramik verlassen, so sind sie uns aus dem Sinn. Aber wie so oft ist es mit den Dingen, welche man vergessen will, sie kommen doch manches Mal unverhofft zu Tage.

In Sendenhorst hatte man die Abwasserproblematik anhand ihrer defekten Leitungen erkannt, sodass es nun endlich zu der konsequenten Sanierung des Abwassernetzes führte (siehe Bild rechts). Dabei waren nicht nur die städtischen Leitungen marode (Bild 2 und 3), sondern auch viele der Hausanschlüsse waren nachweislich nicht fachgerecht erstellt worden bzw. wurden im Laufe der Jahre defekt (Bild 4.1 und 4.2). Für uns ist es ersichtlich, warum an diesem Ort Nitratwerte im Grundwasser Spitzenwerte bis über 262 mg/l. erzielt werden. Ein weiterer Indikator für Abwässer im Grundwasser kann auch der AOX-Wert sein. Hier, in der Messstelle Sendenhorst, finden wir einen Wert von 40µg/l, was laut Tabelle LAWA (Tab.1) auf eine deutliche Belastung hinweist.

Auch in Albersloh, eine Ortschaft, welche schon damals mit Abwässern aus Sendenhorst (https://www.wn.de/muensterland/kreis-warendorf/sendenhorst/es-stinkt-und-das-vieh-verreckt-1556581?&npg) „gesegnet“ war, besitzt eine WRRL-Messstelle mit dubiosen Werten. So hat diese Messstelle im Durchschnitt der letzten zehn Jahre einen Nitratwert von 140mg/l. Da wir jetzt noch andere Hinweise auf Abwässer im Grundwasser betrachten, wie z.B. die Werte des Komplexbildners EDTA (Tab.2), so finden wir auch eine sehr hohe Belastung von AOX, laut Tabelle LAWA (Tab.1) von gemessenen 110µg/l (Tab.3). Wenn dann auch noch in einer von vier Wasserproben der Medikamentenwirkstoff Diclofenac zu finden ist, verfestigt sich dieser Verdacht. Selbst der Verein „VSR-Gewässerschutz“, welcher die konventionelle Landwirtschaft sonst stark kritisiert, sieht als eine der Ursachen der Wasserverschmutzung durch die defekte Kanalisation im Kreis Warendorf (Bild 5, Auszug aus Homepage VSR G.).

Angemerkt: 1/4 der WRRL-Messstellen im Kreis Warendorf sind rot. Davon kommen 1/3 der roten Messstellen aus der Gemeinde Sendenhorst. Die Auswirkungen durch die Berechnung der Denitrifizierung auf die Messstellen, gerade in Hinsicht auf urbane Einflüsse, werden wir hier noch sehr gut sehen können.