Zitat aus SCHEISSKULTUR – DIE HEILIGE SCHEISSE von Friedensreich Hundertwasser

Wir essen nicht das, was bei uns wächst,
wir holen Essen von weit her, aus Afrika, Amerika, China und Neuseeland.
Die Scheiße behalten wir nicht.
Unser Unrat, unser Abfall wird weit weggeschwemmt.
Wir vergiften damit Flüsse, Seen und Meere,
oder wir transportieren sie
in hochkomplizierte teure Kläranlagen,
selten in zentralisierte Kompostierfabriken,
oder aber unser Abfall wird vernichtet.
Die Scheiße kommt nie auf unsere Felder zurück,
auch nie dorthin, wo das Essen herkommt.

DER KREISLAUF VOM ESSEN ZUR SCHEISSE FUNKTIONIERT.
DER KREISLAUF VON DER SCHEISSE ZUM ESSEN IST UNTERBROCHEN.“

Diesmal haben wir im Raum von Düren eine ganze Region, welche mit ihren Abwässern das Grundwasser bekanntermaßen stark belastet (Link 0 – hier klicken). Auf Grund der Anzahl von belasteten Messstellen versuche ich mich kurz zu fassen und verzichte einmal auf allzu große Ausführungen und gehe nur auf eine Messstelle genauer ein (viel mehr wird meistens nicht gelesen). Alle anderen Abwassermarker, von A – wie AOX bis V – wie der Wirkstoff Diclofenac aus dem Voltaren und die dazugehörigen Messstellen findet ihr in dieser Karte (bitte hier klicken).

WRRL-Messstelle 219974214 Kettenheim

Diese Messstelle lässt den Landwirten vor Ort nicht nur den Puls und den Blutdruck steigen, nein sie bringt diese auch um den Schlaf, so als hätte man noch vor dem Schlafengehen einen starken Kaffee getrunken und hier liegt auch das Problem. In dieser Messstelle finden wir nicht nur einen hohen Wert an Nitrat, sondern auch in sechs von zwölf Messungen einen solch hohen Wert an Koffein wieder (Link 2 – hier klicken), als hätten wir die Probe aus dem Ablauf eines Klärwerkes gezogen. Da Koffein im Grundwasser ein Indikator für kommunale Abwässer ist, forschen wir einmal nach. Es wurde in Gesprächen mit den Menschen vor Ort auf eine große Abwasserleitung hingewiesen, welche in der Vergangenheit oft repariert werden musste. Diese Schäden führten nun zu meiner Totalsanierung der Abwasserleitung. (Link 1 – Bericht WDR)

Zurück zur Messstelle und warum sie entnommen werden muss. Zitat aus dem QS- Leitfaden für Grundwassermessstellen NRW: Ausbaudurchmesser von 50 mm (DN 50) sind bei Grundwassergütemessstellen nur in Ausnahmefällen bis zu einer Tiefe von 10 Meter zu wählen (AK GWB 2012). Dazu gehört z.B. die – hier nicht thematisierte – engräumliche Untersuchung von Schadstofffahnen durch flache Grundwassermessstellen (Einbautiefe < 10 Meter Tiefe). Da unsere Messstelle einen Ausbaudurchmesser von nur 50 mm hat und aus fast vierzehn Meter entnimmt, (Link 3 – hier klicken) entspricht sie somit nicht den Vorgaben. Da diese Messstelle an ihrer Abdichtung auch des Öfteren repariert werden muss, da sie ja als Teil der Straße dient, sollte es jedem klar sein, dass es Probleme mit der Abdichtung gibt (Bild 1 – hier klicken). Somit ist ersichtlich, dass auch externe Einträge nicht auszuschließen sind.

Gehen wir doch ehrlich miteinander um und stellen fest, es gibt immer mehr als nur einen Schuldigen in der Sache und Regeln sind für alle da! Wir Landwirte sind für konstruktive Lösungen offen, aber nur in einem Miteinander.